Was ist DPI? Was man über die Punktdichte wissen muss
By teamnext Editorial Team
DPI ist die Abkürzung für dots per inch, also Punkte pro Zoll. Ein Zoll entspricht 2,54 cm. DPI beschreibt, wie viele Punkte sich auf eine Zollstrecke verteilen. Man spricht auch von Punktdichte.
Im digitalen Kontext ist der Begriff oft missverständlich, weil digitale Bilder aus Pixeln bestehen. Dann ist Pixeldichte der präzisere Begriff. Dafür wird häufig PPI verwendet, pixels per inch. PPI passt besonders gut für Monitore und Displays.
Ein zentrales Missverständnis sollte sofort geklärt werden:
• Pixeldichte ist kein absoluter Wert.
• Pixeldichte ist eine relative Auflösung.
• Die absolute Auflösung ergibt sich aus den Pixelmaßen.
Was bedeuten DPI und PPI? Beispiele zum Mitrechnen
Die Aussage „Für hochwertigen Druck braucht es 300 DPI“ ist in der Praxis oft richtig. Bei etwa 25 bis 30 cm Betrachtungsabstand wirkt ein Druck mit 300 DPI in der Regel sauber, ohne dass einzelne Punkte auffallen.
Trotzdem sagt ein DPI Wert allein nichts über Größe oder Qualität einer Bilddatei aus.
Ein wichtiger Punkt:
• Jedes digitale Bild kann theoretisch in 300 DPI ausgegeben werden.
• Entscheidend sind die Pixelmaße, nicht der DPI Eintrag.
Beispielrechnungen:
• 300 x 300 Pixel bei 300 DPI ergeben 2,54 cm x 2,54 cm.
• 300 x 300 Pixel bei 30 DPI ergeben 25,4 cm x 25,4 cm.
• 3000 x 3000 Pixel bei 300 DPI ergeben 25,4 cm x 25,4 cm.
• 3000 x 3000 Pixel bei 3000 DPI ergeben 2,54 cm x 2,54 cm.
Verschiedene Bildgröße Einstellungen
Screenshots aus Adobe Photoshop
• Obere Hälfte: relative Auflösung von 300 und 30 PPI bei 300 x 300 Pixel
• Untere Hälfte: Pixelmaße von 3000 x 3000 und 30 x 30 bei 300 PPI
Daraus folgt:
• Eine Änderung von DPI oder PPI verändert nicht die Pixelmaße.
• Eine Änderung der Pixelmaße verändert die Dateigröße.
• Eine Bilddatei besitzt keine qualitätsbestimmende eigene Punktdichte.
DPI oder PPI Werte können als Metadaten gespeichert sein. Diese Werte sind für die Speicherung nicht relevant. Sie dienen primär dazu, die Ausgabegröße im Druck zu berechnen.
Für digitale Ausgabe gilt:
• DPI oder PPI Einträge in Bilddateien sind für Bildschirme unerheblich.
Wann sollte die Punktdichte hoch sein, wann niedrig?
Der Zusammenhang ist simpel:
• größerer Betrachtungsabstand bedeutet niedrigere Punktdichte
• kleinerer Betrachtungsabstand bedeutet höhere Punktdichte
Typische Richtwerte im Printbereich:
• 300 DPI für Flyer, Broschüren, Zeitschriften, Sichtabstand etwa 25 bis 30 cm
• 100 DPI für Poster bis DIN A2, Sichtabstand bis etwa 2 m
• 60 DPI für große Plakate und Banner, Sichtabstand über 2 m
Für Bildschirme werden Pixel pro Zoll durch das Gerät festgelegt. Das ist der Grund, warum ein fixer Wert wie 72 DPI für Webbilder kein sinnvoller Qualitätsmaßstab ist.
Welche Rolle spielen PPI bei Bildschirmen und Displays?
Die Auflösung digitaler Ausgabegeräte ist stark gestiegen. Ein Beispiel ist das iPhone 13 Pro mit 460 PPI. Einzelne Pixel sind dabei selbst bei geringem Abstand kaum erkennbar.
Zum Vergleich:
• ein typischer 24 Zoll Monitor mit Full HD, 1920 x 1080 Pixel, liegt oft bei rund 92 PPI
• ein 55 Zoll Fernseher mit 4K kann bei rund 80 PPI liegen, je nach tatsächlicher Panelgröße
Zur Veranschaulichung der Entwicklungsdynamik soll an dieser Stelle eine aus Browserdaten generierte Statistik dienen. Sie zeigt den Verbreitungsgrad verschiedener absoluter Auflösungen für Desktop Bildschirme in Deutschland seit 2009.
Das Diagramm veranschaulicht den Trend:
• 2009 war 1024 x 768 Pixel ein häufiger Standard
• 2022 war 1920 x 1080 Pixel ein typischer Standard
Zurück zur Zahl 72
72 PPI stammen aus der frühen Macintosh Ära. Ein 9 Zoll Bildschirm mit 512 x 342 Pixeln lag ungefähr bei 72 PPI.
Für die digitale Wiedergabe ist das irrelevant:
• bei 100 Prozent Ansicht werden genau die Pixel der Datei ausgegeben
• ein DPI Eintrag ändert daran nichts
Wenn eine Datei 600 x 600 Pixel groß ist, werden bei 100 Prozent exakt diese 360.000 Pixel dargestellt. Eine Skalierung erfolgt nur dann, wenn die Ausgabegröße oder das Ausgabegerät andere Pixelmaße hat.
Wie sieht ein Pixel aus?
Unter dem Mikroskop wirkt ein Pixel wie ein kleines Feld aus Licht. In einem typischen Display besteht ein Pixel aus drei Subpixeln:
• Rot
• Grün
• Blau

Was bedeuten DPI Werte beim Scannen?
Beim Scannen steht DPI für die Abtastdichte. Gemeint sind Pixel pro Zoll, auch wenn der Begriff DPI historisch üblich ist.
Eine Faustregel:
• höhere Abtastdichte erzeugt mehr Details und größere Dateien
Es bringt wenig, mit 600 DPI zu scannen, wenn die Vorlage selbst keine höhere Detaildichte hat. Im Büro reichen häufig 300 DPI, weil viele Dokumente nicht feiner gedruckt sind. Bei Dias kann die Detaildichte höher sein. Deshalb arbeiten Dia Scanner oft mit vierstelligen Werten.
Was bedeuten DPI Werte bei der Maus?
Bei Mäusen beschreibt DPI die Empfindlichkeit.
Eine klare Interpretation:
• bei 600 DPI bewegt sich der Zeiger 600 Pixel, wenn die Maus um einen Zoll bewegt wird
• bei 1200 DPI bewegt sich der Zeiger 1200 Pixel pro Zoll
Alternative Bezeichnung:
• CPI wird in diesem Kontext ebenfalls verwendet und meint praktisch das Gleiche
Fragerunde: DPI und PPI kurz und knapp
Welche Rolle spielen DPI Werte bei Bildern fürs Internet?
• Antwort: keine.
Wann muss man sich um DPI Werte kümmern?
• Antwort: bei Druckvorbereitung, also Druckvorstufe, prepress.
Welcher Scan erzeugt die größere Datei?
• Scan 1: DIN A3 bei 300 DPI
• Scan 2: DIN A5 bei 600 DPI
• Antwort: beide sind gleich groß, weil die Flächenverhältnisse und die Abtastdichte sich ausgleichen.
Welche Datei ist kleiner? Achtung Fangfrage.
• Datei A: 800 x 600 Pixel, PPI Eintrag 300
• Datei B: 800 x 600 Pixel, kein PPI Eintrag
• Antwort: Datei B ist minimal kleiner, weil der Metadaten Eintrag ein paar Bytes Speicher benötigt.