Was sind digitale Medien? 4 Kategorien, die relevant sind

By teamnext Editorial Team

Die Frage nach digitalen Medien wirkt zunächst einfach. Bei genauer Betrachtung ist die Antwort jedoch komplex. Digitale Medien sind nicht nur Inhalte, die digital codiert sind. Für eine klare Einordnung ist zunächst zu klären, was ein Medium ist und was digitale Codierung bedeutet.

Der Begriff „Medium“ stammt ursprünglich aus dem Lateinischen und bedeutet „Mitte“. Daraus lässt sich eine grundlegende Funktion ableiten:

• Ein Medium speichert und vermittelt Information.

Information kann analog oder digital vorliegen. Digitale Information besteht aus diskreten Werten und kann als Folge von Nullen und Einsen dargestellt werden. Analoge Information ist kontinuierlich und liegt nicht in diskreten Werten vor.

Das Material der Trägermedien

Vor der Verbreitung von Computern dominierten analoge Medien. Viele analoge Medien waren eng mit einem typischen Material verbunden:

• Bücher aus Papier
• Schallplatten aus Schellack oder Vinyl
• Fotonegative aus Zelluloid
• Kassetten aus Magnetband

Bei digitalen Medien ist das Material des Speichermediums weniger relevant. Digitalisierte Bücher, Musikstücke oder Fotos können auf demselben Datenträger gespeichert werden, zum Beispiel auf:

• Festplatte
• DVD
• USB Stick

Digitale Trägermedien sind damit universell einsetzbar. Diese Universalität ist bei analogen Speichermedien nicht gegeben.

Vom Byte zum Zettabyte

Ein früher Digitalcomputer war die Zuse Z3 aus dem Jahr 1941. Der Rechner wog etwa eine Tonne. Der Arbeitsspeicher umfasste 64 Worte mit je 22 Bit, insgesamt 176 Byte.

Ein frühes Beispiel digitaler Bildverarbeitung ist das erste digital gescannte Bild von Russell Kirsch aus dem Jahr 1957. Es zeigte seinen Sohn Walden und hatte eine Auflösung von 176 × 176 Pixeln.

Für die globale Entwicklung ist eine präzise Einordnung wichtig. Studien zur technologischen Informationsverarbeitung zeigen, dass der digitale Anteil seit den 2000er Jahren dominiert. Für 2007 wird für die technologische Speicherfähigkeit ein hoher digitaler Anteil berichtet.

Zum Datenwachstum existieren verbreitete Prognosen. Eine häufig zitierte Schätzung aus der IDC Data Age 2025 Berichterstattung nennt eine globale Datenmenge von 175 Zettabyte für 2025. Das ist eine Prognose, keine Messung.

Erstes Digitalfoto. Scan eines Analogfotos durch Russel Kirsch.

Welche digitalen Medien gibt es?

Vier Kategorien mit Beispielen

Digitale Medien lassen sich in vier Kategorien einteilen:

• Medieninhalte
• Trägermedien
• Mediengeräte
• Verbreitungskanäle

1. Medieninhalte

Medieninhalte sind digital codierte Inhalte. Dazu zählen unter anderem:

• digitale Bilder, zum Beispiel Fotos, Illustrationen, Grafiken
• digitale Videos ohne Ton, zum Beispiel Animationen und Stummfilme, sowie mit Ton, zum Beispiel Filme und Musikvideos
• digitale Audios, zum Beispiel Musik, Podcasts, Hörspiele
• digitale Texte, zum Beispiel E Books, Online Zeitungen, Blogs, Dokumente wie PDFs

2. Trägermedien

Trägermedien speichern digitale Information unabhängig vom Inhalt. Wichtige nicht flüchtige Trägermedien sind:

• optische Datenspeicher, zum Beispiel CD, DVD, Blu ray Disc
• magnetische Datenspeicher, zum Beispiel Festplatten, Bandlaufwerke wie LTO
• Solid State Speicher, zum Beispiel SSD, USB Stick, Flash Speicherkarten wie SD oder CF

Nebenbei:

• Wechselfestplatten sind heute kaum noch verbreitet
• die Diskette ist ein historisches Beispiel magnetischer Speicherung

Hinweis zur Begriffsklärung:

• Flüchtig ist zum Beispiel der Arbeitsspeicher. Er verliert Inhalte ohne Stromversorgung.

3. Mediengeräte

Mediengeräte sind Geräte, mit denen digitale Medien genutzt werden, zum Beispiel:

• PCs, zum Beispiel Laptop und Desktop Rechner
• Mobilgeräte, zum Beispiel Smartphone und Tablet
• smarte Fernseher und digitale Kinoprojektoren
• digitale Radioempfänger

4. Verbreitungskanäle

Verbreitungskanäle transportieren digitale Medien. Typische Kanäle sind:

• Internetseiten
• Streamingdienste und Mediatheken
• digitales Radio, Digital Audio Broadcasting, DAB
• digitales Fernsehen, Digital Video Broadcasting, DVB
• Messenger Dienste

Werden digitale Medien über das Internet veröffentlicht, wird häufig von Onlinemedien gesprochen.

Eine zusätzliche Unterscheidung betrifft Urheberschaft und Eigentum. Die Begriffe stammen aus dem Online Marketing.

• Owned Media bezeichnet selbst produzierte Medien im eigenen Besitz.
• Paid Media bezeichnet eingekaufte und bezahlte Medien bei Content Anbietern.
• Earned Media bezeichnet Beiträge Dritter ohne direkte Gegenleistung, die positiv über Marke, Unternehmen oder Produkt berichten, zum Beispiel Blogartikel, YouTube Videos, Instagram Posts oder Podcasts.

Paid Media kann auch dann vorliegen, wenn Dritte Inhalte erstellen, dafür aber honoriert werden, etwa über Influencer Marketing oder Affiliate Modelle.