Was ist RGB, was CMYK? Und wie wird RGB in CMYK konvertiert?

By teamnext Editorial Team

RGB und CMYK stehen für zwei unterschiedliche Arten, Farben darzustellen und zu erzeugen.

RGB steht für Red, Green, Blue, also Rot, Grün und Blau. Auf diesen drei Grundfarben basieren alle RGB-Farbräume.

CMYK steht für Cyan, Magenta, Yellow, Key, also Zyan, Magenta, Gelb und Schwarz. Das CMYK-Farbmodell nutzt drei chromatische Farben plus Schwarzanteil als vierte Komponente. Key ist die traditionelle englische Bezeichnung für den Schwarzkanal.

Farbtheoretische Grundlagen

RGB Farben sind Lichtfarben. Sie funktionieren additiv, also durch Hinzufügen von Lichtanteilen. Das sichtbare Licht lässt sich in Spektralfarben zerlegen. Die Grundfarben entsprechen Wellenlängenbereichen:

• Blau als kurzwelliger Bereich
• Grün als mittelwelliger Bereich
• Rot als langwelliger Bereich

Jedes Pixel dieser nur 6 kB großen PNG-Datei ist andersfarbig. Bei einer Seitenlänge von 1000 Pixeln ergeben sich mithin eine Million verschiedene Farben.

Die Überlagerung von rotem, grünem und blauem Licht in unterschiedlichen Intensitäten erzeugt viele Farbvarianten.

Im Auge gibt es drei Arten von Farbrezeptoren, die Zapfenzellen. Jede ist auf einen Wellenlängenbereich spezialisiert.

Additive Farbmischungen:

• Rot plus Grün ergibt Gelb
• Rot plus Blau ergibt Magenta
• Rot plus Grün plus Blau ergibt Weiß

additive Farbmischung

CMYK Farben sind Druckfarben und damit Körperfarben. Sie leuchten nicht selbst, sondern werden durch eine Lichtquelle sichtbar. Sie funktionieren subtraktiv. Bestimmte Anteile des Spektrums werden herausgefiltert.

Im Verhältnis zu Lichtfarben kann man die Wirkung so beschreiben:

• Zyan wirkt wie ein Rotfilter
• Magenta wirkt wie ein Grünfilter
• Gelb wirkt wie ein Blaufilter

subtraktive Farbmischung (ohne Key)

Weiß entsteht im subtraktiven Modell, wenn nichts abgezogen wird. Im CMYK Modell bedeutet das:

• Cyan, Magenta, Yellow, Key stehen jeweils auf 0

Screenshot aus Adobe Photoshop: Weiß dargestellt mit RGB- und CMYK-Werten

Was unterscheidet Bildschirmfarben von Druckfarben?

Bildschirmfarben sind Lichtfarben. Druckfarben sind Körperfarben.

Ein Bildschirmpixel besteht aus drei Leuchteinheiten:

• Rot
• Grün
• Blau

LC-Display unter dem Mikroskop: Die RGB-Leuchteinheiten einzelner Pixel werden sichtbar.

Die Intensität jeder Einheit wird gesteuert. Aus typischer Betrachtungsdistanz entsteht daraus der Farbeindruck des Pixels.

Beim Farbdruck wird Farbe meist auf weißes Papier aufgetragen. Weißes Papier reflektiert bei Licht alle Wellenlängenbereiche diffus. Beim Drucken werden Farbschichten aufgetragen, häufig in dieser Reihenfolge:

• Cyan
• Magenta
• Yellow
• Schwarz

* Ein Spiegel tut dies auch, allerdings direkt, da er eine besonders glatte Oberfläche hat.

Demonstration der vier Druckfarben an einem Beispiel. Unten links: Überlagerung von CMY, unten rechts: CMY + K

RGB in CMYK umrechnen

In der Praxis ist eine Umrechnung vor allem dann relevant, wenn Printproduktion kontrolliert vorbereitet werden soll. Bei vielen Druckaufträgen erfolgt die Umrechnung automatisch. Für viele Anwendungen sind kleine Abweichungen tolerierbar.

In professionellen Workflows werden Abweichungen aktiv minimiert. Vollständig vermeiden lassen sie sich nicht:

• ein Druckbild leuchtet nicht, es reflektiert Licht
• RGB hat in der Regel einen größeren Farbumfang als CMYK
• bei der Umrechnung geht daher Farbinformation verloren

Gamut: LAB / RGB / CMYK

Die Grafik zeigt den unterschiedlichen Tonumfang von RGB und CMYK vor dem Hintergrund des LAB-Farbraums, der die vom Menschen wahrnehmbaren Farben umfasst.

Abweichungen sind oft gering, können aber bei Markenfarben kritisch sein. Bei sehr strikter Farbführung werden daher Sonderfarben eingesetzt. Ein Beispiel ist der Einsatz zusätzlicher Markenfarben neben CMYK, wenn ein spezifischer Farbton nicht zuverlässig aus CMYK erzeugt werden kann.

CMYK in RGB umrechnen

CMYK kann auch in RGB umgerechnet werden. Auch hier ist die Umwandlung nur näherungsweise, weil sich Farbumfänge unterscheiden. Für viele Anwendungen ist das unkritisch. Unterschiede entstehen oft schon durch abweichende Monitoreinstellungen.

Tipp: Ein Tool zur Umrechnung einzelner Farbwerte in beide Richtungen ist auf farbtabelle.at/farben-umrechnen verfügbar.

RGB ist nicht gleich RGB

sRGB

sRGB steht für Standard RGB. Die Spezifikationen wurden 1996 durch eine Kooperation von Hewlett Packard und Microsoft definiert. sRGB setzte sich als Standard durch. Der Farbumfang ist jedoch begrenzt. Einige Druckfarben, die in CMYK möglich sind, lassen sich in sRGB nicht darstellen.

Adobe RGB

Adobe RGB erweitert den Farbumfang, insbesondere in Grün und Blaugrün. Ziel ist eine bessere Annäherung zwischen Bildschirm und Druck. Die Spezifikationen wurden 1998 veröffentlicht. Adobe RGB wird in professioneller Bildbearbeitung und im Design häufig genutzt.

CMYK Farbprofile

Auch CMYK ist nicht einheitlich. Profile unterscheiden sich je nach Druckverfahren und Material.

In Europa ist ISO Coated v2 ein verbreitetes Profil für industriellen Offsetdruck auf mattem oder glänzendem Papier.

Für Digitaldruck wird häufig eciCMYK v2 genannt. Darüber hinaus existieren viele weitere Profile, je nach Gerät und Papier.

Unterschied zwischen Farbmodell, Farbraum und Farbprofil

Ein Farbmodell ist eine mathematische Methode zur Beschreibung von Farben unabhängig von Geräten.

Ein Farbraum bildet real darstellbare Farben auf die Werte eines Farbmodells ab. Ein Farbraum beschreibt also, welche Farben in einem Medium reproduzierbar sind. sRGB und Adobe RGB sind Farbräume, die das RGB Modell verwenden.

Farbprofile unterstützen die Umrechnung von Farbwerten. Sie sind gerätespezifisch und sollen den Farbeindruck über unterschiedliche Ausgabemedien hinweg möglichst konstant halten. Genormte Profile tragen oft das Kürzel ICC, International Color Consortium.