Was ist ein Meme? Erklärung anhand bekannter Beispiele
By teamnext Editorial Team
Die kurze Definition ist verbreitet:
Ein Meme ist ein humorvolles Bild, das mit einem kurzen Text kombiniert wird und sich über soziale Netzwerke und Messenger-Dienste viral verbreitet.
2011 wurde zum Beispiel ein Selfie, das ein Schopfaffe von sich gemacht hat, zum Internet Meme.

Die Bild Text Kombination ist die häufigste Form, aber Memes sind nicht an ein Medium gebunden. Häufige Formen sind:
• Bewegtbild ohne Ton, animierte GIFs
• kurze Videoclips mit Ton
• reiner Text, geschrieben oder als Audiodatei
Memes tauchen auch in Videospielen oder als Graffiti auf. Neue Memes fließen zudem in Jugendsprache ein und prägen zeitweise das Vokabular ganzer Gruppen.
In einem Satz:
Memes sind Insiderwitze, die im Internet entstehen und sich viral verbreiten.
Es gibt Plattformen, die stark auf Meme Kultur ausgerichtet sind, zum Beispiel 9gag oder imgur. Auch Teile der Reddit und Twitter Community produzieren Memes in hoher Frequenz. Ein weiteres Beispiel ist das Gesellschaftsspiel What Do You Meme?®, das seit Jahren populär ist.
Eine kurze Begriffsgeschichte
Achtung: kurzer wissenschaftlicher Einschub.
Memes existierten, bevor der Begriff verbreitet war. Im 19. Jahrhundert fungierten Zeitungen als wichtiges Trägermedium für vergleichbare Inhalte. Auch in der Antike wurden Sprüche und Zeichnungen in Wände geritzt.
Der Begriff Mem hat Wurzeln im Altgriechischen und steht sprachlich nahe an Imitation. In der englischen Form meme ist der Begriff seit Ende der 1970er Jahre gebräuchlich. Bekannt wurde er durch den Evolutionsbiologen Richard Dawkins und sein Buch The Selfish Gene von 1976.

Bei Dawkins war zunächst nicht das Internet Meme gemeint. Meme fungiert dort als Gegenbegriff zu gene:
• Gene transportieren biologische Information
• Meme gelten als Einheiten kultureller Information
Die Theorie ist umstritten. Der Begriff wurde später im Kontext der digitalen Kultur neu besetzt und auf das Internetphänomen verengt.
Know your meme: Disctracted Boyfriend
Ein bekanntes Bild Text Meme ist Disctracted Boyfriend. Das Motiv zeigt drei Personen:
• ein Mann, der einer Passantin nachschaut
• eine Freundin, die ihn dabei ertappt
• eine Passantin als Auslöser der Situation
Eine frühe Version, die 2017 die Verbreitung stark beschleunigte, nutzte ein Stockfoto mit Freizeitmodels. Das Foto stammt vom spanischen Fotografen Antonio Guillem und ist unter anderem über Shutterstock oder Adobe Stock lizenzierbar.
Das Motiv wird typischerweise genutzt, um Umorientierung, Untreue, Verrat oder Prioritätenwechsel zu visualisieren. Die Logik bleibt gleich. Die Beschriftung wird ausgetauscht. Dadurch entstehen fortlaufend neue Varianten.
Wie entsteht ein Meme?
Für die praktische Erstellung sind keine professionellen Tools nötig. Es gibt Online Generatoren, zum Beispiel imgflip. Ein Beispiel für eine Erstellung mit Lizenzbezug ist Adobe Express in Kombination mit Adobe Stock.
Wichtig ist die rechtliche Einordnung. Viele Memes basieren auf geschützten Inhalten. Der Abschnitt zum Urheberrecht ist deshalb zentral.
Was macht ein Meme wirksam?
Das Disctracted Boyfriend Motiv ist ein gutes Beispiel, weil es eine einfache Struktur bietet:
• klarer Konflikt
• eindeutige Mimik und Blickrichtungen
• schnelle Entschlüsselbarkeit
Hinzu kommen formale Faktoren:
• geringe Dateigröße
• verbreitetes Format wie JPEG
• niedrige Replikationshürde beim Teilen
Daraus ergibt sich ein praktikables Kriterienset:
• leichte Entschlüsselbarkeit
• breite Übertragbarkeit auf neue Themen
• geringe Hürden beim Kopieren und Teilen
• Humor als inhaltlicher Treiber
Imitation und Replikation
Replikation bedeutet Vervielfältigung ohne Veränderung. Imitation schließt Veränderung ein. Bei Memes ist meist Imitation relevant:
• ein bestehendes Motiv wird übernommen
• die Aussage wird durch Text oder Bearbeitung verändert
• das Ursprungsmotiv bleibt erkennbar
Der Wiedererkennungseffekt ist Teil der Funktion. Ohne Wiedererkennung verliert das Meme seinen Kern.
Unterliegen Memes dem Urheberrecht?
Ja. Viele Memes beruhen auf urheberrechtlich geschützten Werken. Grundsätzlich gilt:
• Nutzung fremder Inhalte erfordert geklärte Rechte
• das betrifft auch Bearbeitung und Verbreitung im Meme Kontext
In der Praxis wird das oft ignoriert. Rechteinhaber profitieren teilweise indirekt durch zusätzliche Sichtbarkeit. Gleichzeitig entstehen rechtliche Risiken, vor allem außerhalb des klassischen Urheberrechts:
• Persönlichkeitsrechte, insbesondere das Recht am eigenen Bild
• strafrechtlich relevante Inhalte, zum Beispiel Volksverhetzung oder verfassungsfeindliche Propaganda
Die Durchsetzung ist in den letzten Jahren in vielen Bereichen konsequenter geworden, insbesondere bei Hassbotschaften und Persönlichkeitsrechtsverletzungen.
Memes im Marketing
Memes werden auch als Marketinginstrument eingesetzt. Oft scheitern Versuche, wenn die kommerzielle Absicht zu offensichtlich ist. Meme Kultur belohnt Anschlussfähigkeit, nicht Werbedruck.
Ein Beispiel für Meme Nutzung im Marketing ist Sixt. Ein entsprechender Bezug findet sich auf der offiziellen Facebook Seite des Unternehmens.