Die Bedeutung von Geodaten bei der Medienverwaltung

By teamnext Editorial Team

Fotos und Videos entstehen heute im Dauerlauf. Für Kampagnen, Doku, Employer Branding, Events. Das Ergebnis ist immer gleich. Medienmengen wachsen schneller als Ordnerstrukturen. Genau dafür gibt es DAM-Systeme. Sie speichern Assets zentral und machen sie auffindbar. Deskriptive Metadaten wie Beschreibung oder Keywords sind dabei wichtig. Technische Metadaten sind es genauso. Und Geodaten gehören genau in diese Kategorie.

DAM-System steht für Digital Asset Management, also professionelles Verwalten von Mediendateien.

Was Geodaten wirklich sind

Wenn von Geo oder Standortdaten die Rede ist, geht es meist um GPS Informationen. Gemeint sind:

  • Längengrad

  • Breitengrad

  • Höhe bezogen auf den Meeresspiegel

In der Praxis kommt bei Smartphones oft mehr dazu. Neben GPS können auch Wi Fi Ortung oder Mobilfunkmasten Triangulation genutzt werden. Moderne Kameras und Smartphones schreiben das Ergebnis dann automatisch in die Metadaten der Datei.

GPS steht für Global Positioning System und ist das am häufigsten genutzte satellitengestützte System zur Positionsbestimmung.

Mehr als Koordinaten. Geodaten als Ordnungsprinzip

GPS wurde nicht für Medienverwaltung gebaut. Trotzdem schafft es heute eine neue Ebene für Ordnung. Medien lassen sich nicht nur nach Datum, Uhrzeit oder Inhalt sortieren, sondern auch nach geografischem Kontext. Das klingt simpel. In der Praxis ist es ein echter Hebel, sobald große Bestände ins Spiel kommen.

Drei Use Cases aus der Praxis

1. Visuelle Geolokalisierung

Wenn Bilder Koordinaten tragen, können sie auf einer Karte angezeigt werden. Das ist besonders hilfreich, wenn Inhalte nach Regionen organisiert werden müssen, zum Beispiel bei:

  • Stockfotoanbietern

  • Reiseveranstaltern

  • Naturschutzorganisationen

  • Immobilienunternehmen

Statt Ordner zu klicken, wird ein Ort gewählt. Und die passenden Assets liegen direkt da.

2. Erweiterte Suche mit Umkreislogik

Geodaten machen Umkreissuche möglich. Inhalte werden nicht nur über Keywords oder Zeiträume gefunden, sondern auch über Radius und Standort. Beispiel: Alle Bilder innerhalb von 10 Kilometern um einen bestimmten Ort.

Das ist praktisch für:

  • lokale Marketingkampagnen

  • regionale Eventdokumentation

  • schnelle Selektion von ortsbezogenem Material

Dank GPS Präzision kann das Ergebnis sehr genau sein. Es landet weniger Ballast in der Suche.

3. Automatisches Sortieren nach Aufnahmeort

Medien können automatisch nach Aufnahmeorten gruppiert werden. Vor allem bei Teams, die regelmäßig an wechselnden Locations produzieren, spart das Zeit und sorgt für Konsistenz.

Zusätzlich lassen sich große Bestände nach Regionen filtern. Das ist ein einfacher Weg, Ordnung zu halten, ohne die Struktur immer weiter aufzublähen.

Exif GPS Tags. So landen Geodaten im Foto

Geodaten in Fotos zu speichern ist Standard. Meist läuft das über Exif. Voraussetzung ist, dass die Standortfunktion nicht deaktiviert wurde, etwa aus Datenschutzgründen.

Exif speichert viele technische Infos zur Aufnahme, zum Beispiel:

  • Belichtungszeit

  • Blende

  • ISO Wert

Geodaten liegen in einem eigenen Bereich innerhalb der Exif Struktur, dem GPS IFD. Dort werden sie als GPS Tags abgelegt.

Zusätzlich können gespeichert werden:

  • Zeitstempel auf Basis des letzten GPS Fix

  • Image Direction, also die Blickrichtung der Kamera

    • möglich durch Sensoren wie Magnetometer und Gyroskope

Eine vollständige Liste der GPS Parameter im Exif Standard kann extern eingesehen werden.

Grenzen und Risiken im Alltag

Exif Geodaten sind unverschlüsselt. Sie lassen sich leicht auslesen und auch manipulieren. Deshalb gibt es viele Online Dienste, die Aufnahmeorte auslesen, Kartenlinks erstellen oder Geodaten anzeigen.

Wichtig ist deshalb ein klarer Umgang mit Sensibilität:

  • Beim Upload zu Online Tools keine sensiblen Standorte unbedacht teilen

  • Beim Austausch mit Dritten prüfen, ob Standortdaten enthalten sein sollen

Es gibt außerdem Formatgrenzen. Nicht jedes Bildformat unterstützt Exif gleich gut.

  • JPEG, TIFF und HEIF integrieren Exif uneingeschränkt

  • RAW Formate unterstützen Exif nicht nativ und nur eingeschränkt

  • PNG und WebP unterstützen Exif nur stark eingeschränkt

Geodaten in Videos brauchen mehr als einen Punkt

Bei einem Foto reicht ein einzelner GPS Fix. Bei Videos kann es sinnvoll sein, mehrere GPS Datenpunkte entlang der Zeit zu speichern, also GPS Logging. Das ist besonders relevant bei:

  • Drohnenaufnahmen

  • Helikopteraufnahmen

  • bewegter Kamera über längere Takes

Das stellt höhere Anforderungen an Aufzeichnung und Containerformat.

Fortschrittliche Formate, die kontinuierliche GPS Erfassung unterstützen:

  • MP4

  • MOV

  • MXF

Veraltete Formate, die diese Möglichkeiten nicht bieten:

  • AVI

  • ASF

  • WMV

Fazit

Geodaten erweitern Medienverwaltung um eine zusätzliche Dimension. Mit Geolokalisierung und Umkreissuche wird Organisation nicht nur schneller, sondern auch intuitiver. Gleichzeitig braucht es Formatwissen und einen sauberen Umgang mit sensiblen Standortinfos, damit nichts ungewollt nach außen wandert.

Geodaten im Media Hub von teamnext

Im Media Hub gibt es ein GPS Erweiterungsmodul. Damit können in Fotos vorhandene Geodaten automatisch ausgelesen und im System dargestellt werden. Geodaten lassen sich auch nachträglich anlegen, inklusive Stapelverarbeitung. Alle Geodaten werden indexiert, damit Suche und Filter darauf funktionieren.

Besonders praktisch ist die Umkreissuche. Sie zeigt alle geomarkierten Bilder innerhalb eines gewählten Radius um einen Ort.




Wichtig ist auch die Bedienung im Alltag. Beim händischen Anlegen müssen keine Koordinaten bekannt sein. Der Ort kann per Texteingabe gesucht werden, wie im Screenshot gezeigt. Der Marker lässt sich per Drag and Drop auf der Karte setzen.



Bei der Anzeige des Aufnahmeorts werden nicht nur Koordinaten gezeigt. Das Tool ergänzt automatisch übergeordnete Ortsinformationen:

  • Stadt

  • Bundesland

  • Land

Weitere Details stehen in unserem Helpdesk.