Die 7 wichtigsten Videoformate: Grundwissen fürs Videomarketing

By teamnext Editorial Team

AVI, MP4 oder MOV. Diese Dateiendungen sind im Videoumfeld weit verbreitet. Die Wahl passender Videoformate ist ein zentraler Faktor für die technische Qualität von Videokampagnen. Auch ohne Vorwissen lässt sich schnell einordnen, wofür welches Format geeignet ist.

Die zwei Kernfragen sind:

  • Welches Format eignet sich für welchen Zweck?

  • Welche Vor und Nachteile haben die verschiedenen Formate?

Bevor die einzelnen Formate vorgestellt werden, ist eine Unterscheidung wichtig. Videoformat und Video Codec werden häufig verwechselt.

Was ist der Unterschied zwischen Videoformat und Video Codec?

Ein Videoformat, zum Beispiel MP4, ist ein Container. Er ermöglicht die strukturierte Speicherung von Videodaten, Audiodaten, Untertiteln und Metadaten. Das Format definiert, wie diese Elemente innerhalb der Datei organisiert sind.

Ein Video Codec ist dagegen ein Algorithmus zur Kompression und Dekompression von Videodaten. Ein verbreitetes Beispiel ist H.264.

Kurz gesagt:

  • Das Videoformat definiert die Struktur der Datei.

  • Der Codec definiert, wie die Videodaten codiert und gespeichert werden.

1. MP4, MPEG 4 Part 14

MP4 ist das am häufigsten verwendete Videoformat. Es steht für gute Bildqualität bei vergleichsweise kleiner Dateigröße und ist breit einsetzbar. Typische Anwendungsfälle sind HD Fernsehen, Streamingdienste, Blu rays und Online Video. Moderne Browser unterstützen MP4 mit H.264 codierten Videodaten, was für hohe Kompatibilität sorgt.

Name

  • Dateiendung: MP4

  • Vollständiger Name: MPEG 4 Part 14

  • Weiterentwicklung älterer MPEG Standards. MPEG 2 wurde zum Beispiel für DVDs genutzt. MP3 stammt ebenfalls aus der MPEG Familie.

Technische Details

  • MP4 basiert auf dem QuickTime Format von Apple.

  • Meist genutzter Codec: H.264

  • Für Auflösungen über Full HD wird häufig H.265, auch HEVC genannt, verwendet.

  • H.265 ist nicht auf allen Browsern vollständig kompatibel.

Metadaten

  • Eigene Struktur

  • Zusätzliche Unterstützung für XMP

Social Media

  • Zugelassen für Uploads auf Facebook, Instagram, TikTok, X und YouTube.

Beispielkonfiguration für YouTube Uploads mit SDR

  • Codec: H.264

  • Bildformat: 16:9

  • Bilder pro Sekunde: 25

  • SDR

  • Empfohlene konstante Bitraten

Speicherbedarf pro Minute nach Auflösung

  • 720p: 37,5 MB, circa 5 Mbit pro Sekunde

  • 1080p: 60 MB, circa 8 Mbit pro Sekunde

  • 2160p: 300 MB, circa 40 Mbit pro Sekunde

2. MOV, QuickTime

MOV ist die Dateiendung des QuickTime Formats von Apple. iPhones nutzen dieses Format bei der Videoaufzeichnung. QuickTime ist zudem in professionellen Schnitt Workflows verbreitet, da Tools wie Adobe Premiere oder Final Cut gut damit arbeiten. In der Filmproduktion ist MOV daher häufig anzutreffen. Auf Nicht Apple Geräten ist die Wiedergabe je nach Setup weniger zuverlässig.

Name

  • MOV verweist auf movie

  • Alternative Endung: QT für QuickTime

Technische Details

  • QuickTime unterstützt viele Codecs und ist als Container sehr flexibel.

Metadaten

  • Eigene Struktur

  • XMP kann zusätzlich genutzt werden

Social Media

  • Zugelassen für Uploads auf Facebook, Instagram, TikTok, X und YouTube.

Beispielkonfiguration für professionelle Filmproduktion

  • Codec: Apple ProRes 422

  • Bildformat: 16:9

  • Bilder pro Sekunde: 25

  • HDR

  • Konstante Bitraten

Speicherbedarf pro Minute nach Auflösung

  • 720p: 458 MB, circa 61 Mbit pro Sekunde

  • 1080p: 915 MB, circa 122 Mbit pro Sekunde

  • 2160p: 3.690 MB, circa 492 Mbit pro Sekunde

3. MKV, Matroska

MKV ist ein streamingfähiges Containerformat, das viele Codecs unterstützt und flexibel einsetzbar ist. Es ist quelloffen und lizenzkostenfrei. In Open Source Umfeldern ist MKV verbreitet, bei typischen Endanwendern weniger. Häufig kommt es im Heimkino Kontext vor.

Name

  • Anspielung auf russische Schachtelpuppen, Matrjoschka

  • Verweis auf die Containerstruktur

Technische Details

  • Unterstützt hohe Auflösungen und moderne Kompression.

  • Nicht alle Geräte, Mediaplayer und Browser können MKV zuverlässig abspielen.

Metadaten

  • Eigene Struktur

  • Keine XMP Unterstützung

Social Media

  • Zugelassen für Uploads auf Facebook.

Beispielkonfiguration für hochaufgelöste Sport Livestreams

  • Codec: HEVC

  • Bildformat: 16:9

  • Bilder pro Sekunde: 60

  • SDR

  • Konstante Bitraten

Speicherbedarf pro Minute nach Auflösung

  • 720p: 30 MB, circa 4 Mbit pro Sekunde

  • 1080p: 68 MB, circa 9 Mbit pro Sekunde

  • 2160p: 142 MB, circa 19 Mbit pro Sekunde

Hinweis

  • Ein weiteres offenes, aber weniger relevantes Format ist OGV, Ogg Video.

4. WebM, Web Media

WebM ist ein offenes, lizenzkostenfreies Videoformat, das von Google gefördert wurde. Es wurde für den Einsatz auf Webseiten entwickelt und ist für Streaming geeignet. Die wichtigsten Browser unterstützen WebM.

Name

  • WebM steht für Web Media

  • Verwandtes Bildformat: WebP

Technische Details

  • WebM basiert auf Matroska, ist aber auf wenige Codecs beschränkt.

    • VP8 oder VP9 für Video

    • Vorbis oder Opus für Audio

  • Gute Qualität bei kleiner Dateigröße und schnellen Ladezeiten im Web.

  • Einbindung in HTML5 ohne Plugins. Flash Video Workflows sind dadurch obsolet geworden.

Metadaten

  • Eigene Struktur

  • Keine XMP Unterstützung

Social Media

  • Zugelassen für Uploads auf YouTube.

Beispielkonfiguration für Streaming auf Mobilgeräten

  • Codec: VP9

  • Bildformat: 16:9

  • Bilder pro Sekunde: 25

  • SDR

  • Empfohlene konstante Bitraten

Speicherbedarf pro Minute nach Auflösung

  • 720p: 7,5 MB, circa 1 Mbit pro Sekunde

  • 1080p: 13,5 MB, circa 1,8 Mbit pro Sekunde

  • 2160p: 90 MB, circa 12 Mbit pro Sekunde

5. MXF, Material Exchange Format

MXF ist ein Format für professionelle Video und Audio Workflows. Es wird in Rundfunk und Filmproduktion eingesetzt und unterstützt umfangreiche Daten und Metadaten. Es spielt zudem eine Rolle im Digital Cinema Package Standard und ist damit im Kinoumfeld relevant.

Technische Details

  • Offenes Format

  • Unterstützung durch Consumer Geräte und typische Mediaplayer ist begrenzt.

  • Nutzung außerhalb des professionellen Umfelds ist selten.

Metadaten

  • Eigene Spezifikationen und Struktur

  • XMP Unterstützung nur über Sidecar Dateien

Social Media

  • Keine Unterstützung, für Uploads ungeeignet.

Beispielkonfiguration für Fernsehproduktion in hoher Qualität

  • Codec: XAVC I, Class 200 für 1080p, Class 480 für 2160p

  • Bildformat: 16:9

  • Bilder pro Sekunde: 50

  • HDR

  • Konstante Bitraten

Speicherbedarf pro Minute nach Auflösung

  • 1080p: 3.410 MB, circa 454 Mbit pro Sekunde

  • 2160p: 6.000 MB, circa 800 Mbit pro Sekunde

6. AVI, Audio Video Interleave

AVI ist ein älteres Format aus dem Jahr 1992 und heute weitgehend überholt. Es wurde von Microsoft als Antwort auf QuickTime entwickelt und ist vor allem auf Windows Systemen verbreitet.

Name

  • Audio Video Interleave beschreibt die verschachtelte Speicherung von Audio und Video.

Technische Details

  • Nicht für Streaming geeignet

  • Unterstützt zum Beispiel keine Untertitel

  • In modernen Workflows selten sinnvoll

Metadaten

  • Eigene Struktur plus XMP Unterstützung

Social Media

  • Zugelassen für Uploads auf Facebook, TikTok und YouTube.

Beispielkonfiguration für Offline Wiedergabe am PC

  • Codec: H.264

  • Bildformat: 16:9

  • Bilder pro Sekunde: 25

  • SDR

  • Übliche konstante Bitraten

Speicherbedarf pro Minute nach Auflösung

  • 480p: 19 MB, circa 2,5 Mbit pro Sekunde

  • 720p: 38 MB, circa 5 Mbit pro Sekunde

7. ASF, Advanced Systems Format

ASF wurde von Microsoft als Nachfolger von AVI entwickelt. Es ist auf Video Streaming ausgelegt und ermöglicht hohe Auflösungen bei starker Kompression. Trotz seiner Ausrichtung blieb der Verbreitungsgrad vergleichsweise gering.

Name

  • ASF ist eine Dateiendung

  • WMV wird ebenfalls genutzt. WMV verweist häufig auf den zugrundeliegenden Codec.

Technische Details

  • Unterstützung für Digital Rights Management, DRM

  • Geeignet für die kontrollierte Distribution und Vermarktung digitaler Videoprodukte

Metadaten

  • Eigene Struktur plus XMP Unterstützung

Social Media

  • Zugelassen für Uploads auf Facebook und YouTube.

Beispielkonfiguration für Video Streaming

  • Codec: WMV3

  • Bildformat: 16:9

  • Bilder pro Sekunde: 25

  • SDR

  • Übliche konstante Bitraten

Speicherbedarf pro Minute nach Auflösung

  • 720p: 19 MB, circa 2,5 Mbit pro Sekunde

  • 1080p: 30 MB, circa 4 Mbit pro Sekunde

Vor- und Nachteile im Überblick

Format

Vorteile

Nachteile

MP4 höchste Verbreitung und Kompatibilität keine signifikanten Nachteile
MOV besonders flexibel, ideal für Apple-Nutzer auf Nicht-Apple-Geräten oft nicht abspielbar
MKV quelloffen, besonders flexibel nicht immer kompatibel, keine Metadaten per XMP
WebM quelloffen, für das Web optimiert (besonders starke Kompression) mangelnde Unterstützung auf Apple-Geräten, keine Metadaten per XMP
MXF geeignet für höchste Qualitätsansprüche enorme Dateigrößen, keine Unterstützung für Consumer-Geräte
AVI hohe Verbreitung unter Windows-Nutzern, auf älteren Endgeräten abspielbar nicht streamingfähig, veraltet
ASF für Streaming und Rechtemanagement optimiert geringer Verbreitungsgrad

Zugelassene Videoformate für Social-Media-Uploads im Überblick

Plattform

Formate

Codecs

Facebook MP4, MOV, AVI, WMV, MKV H.264, H.262
Instagram MP4, MOV H.264
TikTok MP4, MOV, AVI H.265, H.264
X (ehemals Twitter) MP4, MOV H.264
YouTube MP4, MOV, AVI, WebM, WMV H.265, H.264, H.262

Hinweis: Welche Pixelmaße für welche Plattform ideal sind, erfahren Sie hier: Social Media Bild- und Videogrößen

Fazit

Die Wahl des richtigen Videoformats ist eine Grundvoraussetzung für saubere Wiedergabe, stabile Workflows und problemlose Uploads. In den meisten Fällen ist MP4 mit H.264 Codec die sicherste Standardwahl, weil dieses Setup auf nahezu allen Geräten, Browsern und Mediaplayern zuverlässig funktioniert.